Zwei Meldungen aus der letzten Woche gehören zusammen, auch wenn sie auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben.
Microsoft schaltet intern Claude Code ab. Bis Ende Juni sollen Entwickler bei Windows, Microsoft 365, Outlook, Teams und Surface auf ein anderes Werkzeug wechseln. Ausschlaggebend waren die Kosten.
Und Uber hat laut Berichten sein komplettes KI-Budget für 2026 in vier Monaten verbraucht. Pro Entwickler zwischen 500 und 2000 Dollar im Monat.
Wenn ein Konzern mit praktisch unbegrenzten Cloud-Ressourcen wie Microsoft von zu hohen Kosten spricht, hört das Thema auf, ein Randthema zu sein. Dann sollte jeder hinschauen, der KI im grösseren Stil einsetzt.
Und die meisten ziehen daraus den falschen Schluss.
Die zwei billigen Erklärungen
Die erste Erklärung: KI rechne sich eben doch nicht. Die zweite: die Anbieter seien gierig geworden. Beide sind bequem, und beide gehen am Kern vorbei.
KI rechnet sich für viele Anwendungen sehr wohl. Und die Token-Preise sind über die letzten zwei Jahre eher gefallen als gestiegen. Was sich geändert hat, ist weniger der Preis pro Einheit und mehr das Abrechnungsmodell. Und damit die Sichtbarkeit.
Vom Fixposten zum Verbrauch
Lange war KI im Unternehmen ein Lizenzmodell. Du zahlst pro Nutzer pro Monat, das war es. Ein Fixposten in der Buchhaltung, planbar und harmlos. Ob dein Team das Tool zehnmal am Tag nutzt oder zehnmal im Monat, der Preis blieb gleich.
Token-Billing dreht das um. Jetzt zahlst du für jede Anfrage, für jede generierte Codezeile, für jeden Token, der durch das Modell läuft. Aus dem Fixposten wird ein laufender Verbrauch.
Verbrauch verhält sich anders als ein Fixposten. Denk an Strom, Wasser, Sprit. Da gibt es einen Zähler, da schaust du hin, da merkst du sofort, wenn jemand im ganzen Haus das Licht brennen lässt.
Bei der Flatrate konntest du verschwenderisch sein, ohne dass es auffiel. Beim Verbrauchsmodell wird jede Verschwendung sofort sichtbar. Teurer geworden ist die KI über Nacht kaum, was über Nacht auffiel, war die Verschwendung.
Der Spiegel
In unserer Arbeit bei CTRL+ALT+LEAD sehen Maartje und ich gerade jetzt einen klaren Unterschied zwischen zwei Sorten von Firmen.
Die einen haben in den letzten zwei Jahren vor allem Lizenzen verteilt. 400 Leute bekommen Zugang, alle dürfen alles, niemand schaut nach. Das fühlte sich modern an, irgendwie nach „wir sind voll dabei bei KI“.
Die anderen haben von Anfang an anders gefragt. Bei ihnen ging es immer um eine konkrete Frage: welcher Prozess wird dadurch besser, und um wie viel?
Der Unterschied klingt klein. In der Praxis ist er gewaltig.
Die erste Gruppe steht heute vor einer Rechnung, die sie nicht erklären kann. Sie explodiert, und niemand kann sagen, welcher Use Case das Geld frisst oder ob er überhaupt etwas einbringt. Es lief halt.
Die zweite Gruppe hat für jeden Use Case eine simple Rechnung im Kopf. Der Prozess in der Angebotserstellung spart 60 Stunden im Monat und kostet 300 Euro an Tokens. Die 60 Stunden sind ein Vielfaches davon wert, also wird ausgebaut. Ein anderer Prozess klingt verlockend, kostet aber mehr als er bringt, also fliegt er raus.
Das hat mit komplizierter Governance wenig zu tun, es ist eher Hausverstand mit einem Zähler dran.
Warum das eine gute Nachricht ist
Ich sage es ungern so direkt, aber Token-Billing ist vielleicht das Beste, was der KI im Unternehmen passieren konnte. Es beendet die Selbsttäuschung. Solange KI ein Fixposten war, konntest du dir einreden, alles laufe rund. Jetzt kommt jeden Monat eine Rechnung, und die lügt nicht.
Wer jetzt sein Budget sprengt, hat meist nie gemessen, was die KI überhaupt einbringt. Solange alles pauschal lief, musste das auch niemand. Token-Billing zwingt zur Ehrlichkeit.
KI ohne Kostenkontrolle ist wie Vollgas ohne Tacho. Eine Weile geht das gut, dann kommt die Wand. Microsoft und Uber sind nur die ersten, die laut dagegen gefahren sind, weil sie gross genug sind, dass man es bis nach draussen hört. Im Mittelstand passiert dasselbe gerade leiser.
Was ich konkret empfehle
Wenn du in deiner Firma KI im Einsatz hast und beim Stichwort Token-Billing nervös wirst, gibt es ein paar Hebel.
Mach den Verbrauch sichtbar. Wer nutzt was, wofür, in welcher Höhe. Steuern kannst du nur, was du siehst, und der erste Schritt heisst Transparenz, lange bevor es ums Sparen geht.
Rechne pro Use Case statt pro Lizenz. Die eigentliche Frage ist immer dieselbe: bringt dieser konkrete Einsatz mehr, als er kostet? Bei manchen Anwendungen überrascht dich der Return. Bei anderen bist du froh, es endlich schwarz auf weiss zu haben.
Und trau dich, abzuschalten, was sich nicht rechnet. Diese Disziplin verdirbt nichts, sie sorgt dafür, dass die guten Use Cases überhaupt Budget bekommen.
Es war nie das Modell
Die Firmen, die KI als Verbrauch behandeln und nicht als Statussymbol, kommen aus dieser Phase stärker heraus. Die anderen schalten ab und erzählen sich, KI habe sich eben nicht gelohnt.
Beides war eine Entscheidung. Das Abrechnungsmodell konnte am wenigsten dafür.
Wenn du wissen willst, wie man KI von Anfang an so aufsetzt, dass die Rechnung kein böses Erwachen wird, dann red mit uns: CTRL+ALT+LEAD.
Häufig gestellte Fragen
Weil abgerechnet wird, was verbraucht wird. Bei Uber lagen die Werte laut Berichten zwischen 500 und 2000 Dollar pro Entwickler und Monat, und das Jahresbudget 2026 war nach vier Monaten aufgebraucht. Die Zahl sagt mehr über die Nutzung aus als über den Preis.
Nicht zwangsläufig. Eine Lizenz ist ein Fixposten, der auch dann bezahlt wird, wenn niemand das Werkzeug anfasst. Verbrauchsabrechnung macht dagegen sichtbar, wer wie viel damit arbeitet, und genau diese Sichtbarkeit fühlt sich im ersten Moment wie ein Kostenproblem an.
Mit einem Betrag pro Kopf und Monat, der von Anfang an als variabel geplant ist, mit Warnschwellen statt harter Sperren und mit einer Gegenzahl daneben: Was ist in derselben Zeit entstanden? Ein Budget ohne Ergebnisgrösse daneben führt zuverlässig zur Abschaltung.
Wenn die Rechnung überrascht, war meistens die Aufsetzung das Thema. Ich bringe die Frage als Keynote vor Führungskreise und baue mit CTRL+ALT+LEAD die Struktur, in der KI-Kosten neben dem Ergebnis stehen statt allein in der Kostenstelle.






