Ich habe zwei Töchter. Und heute ist Internationaler Frauentag.
Ehrlich gesagt: Ich mag diesen Tag nicht besonders. Nicht weil er unwichtig wäre. Sondern weil er oft so klingt, als müsste man Frauen einen Tag im Jahr feiern und dann ist wieder gut. Als wäre Gleichberechtigung ein Kalendereintrag.
Aber dann denke ich an meine beiden Mädels. An die Fragen, die sie stellen. An die Dinge, die sie einfach machen, ohne vorher um Erlaubnis zu fragen. An die Selbstverständlichkeit, mit der sie davon ausgehen, dass ihnen die Welt genauso gehört wie allen anderen.

„Die Zukunft gehört euch“ sage ich ihnen nicht
Das klingt nett. Aber es stimmt nicht. Die Zukunft gehört niemandem automatisch. Die Zukunft passiert nicht. Die Zukunft wird entschieden.
Jeden einzelnen Tag. In Klassenzimmern, wenn eine Lehrerin sagt „trau dich mal“ statt „das ist doch nichts für Mädchen“. In Meetingräumen, wenn eine Frau spricht und nicht unterbrochen wird. Am Küchentisch, wenn ein Vater seiner Tochter nicht erklärt was „realistisch“ ist, sondern fragt: Was willst du?
Ich arbeite jeden Tag mit Unternehmen die vor riesigen Entscheidungen stehen. KI-Strategie, Digitalisierung, Transformation. Und wisst ihr was mir auffällt? Die mutigsten Entscheidungen kommen oft von gemischten Teams. Nicht weil Diversität ein Buzzword ist. Sondern weil unterschiedliche Perspektiven bessere Ergebnisse bringen. Das ist keine Meinung, das ist messbar.
Was ich meinen Töchtern tatsächlich sage
Drei Dinge. Immer dieselben.
Habt eine Meinung. Nicht irgendwann, nicht wenn ihr groß seid. Jetzt.
Traut euch laut zu sein. Nicht laut im Sinne von schreien. Laut im Sinne von: Ich sage was ich denke, auch wenn es unbequem ist.
Und lasst euch von niemandem erklären, was geht und was nicht. Die Leute die euch sagen was realistisch ist, haben meistens selbst nie etwas Unrealistisches versucht.