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Die neue Macht der Corporate Influencer

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Ein Corporate Influencer ist ein Influencer, der das Influencen für ein Corporate macht.

So würde ich es definieren. Und ein Influencer so wie wir ihn kennen macht das für sich, was im Grunde auch irgendwie ein Corporate ist.

Klaus Eck und Winfried Ebner haben mir ein Exemplar ihres Buches „Die neue Macht der Corporate Influencer“ zukommen lassen. #CorporateInfluencerBuch

Sicherlich eine gute Zusammenfassung für Leute und Firmen, die sich damit beschäftigen und ein toller Einstieg in das Thema.

Prognosen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen. (Mark Twain)

Take Aways

  • Man muss von der Organisation die notwendigen Ressourcen und Tools bereitgestellt bekommen
    • Freiräume
    • Vertrauen
    • Unterstützung – fachlich und inhaltlich
  • Wer regelmäßig zeigt, für welche persönlichen und beruflichen Themen er steht, macht sich öffentlich identifizierbar und wiedererkennbar
  • Es geht am Ende immer um Glaubwürdigkeit
    • Laut dem Trust Barometer genießen akademische und technische Experten das größte Vertrauen als Informationsabieter.
  • Man muss Diversität zulassen, ein gutes Gespür für Trends haben und sehr stark aus einer Eigeninitiative heraus handeln
  • Exzellente Corporate Influencer sind nicht nur Mulitplikatoren nach außen. Sie haben eine hohe Strahlkraft nach innen. Das sorgt für Dynamik, Innovationssprünge und eine hohe Arbeitgeberattraktivität
  • Wir leben in einem Inforations-Overload. Wie also auffallen?
    • „Unternehmen erreichen mit ihrem Corporate Content immer weniger
      ihre jeweiligen Stakeholder und sind deshalb auf der Suche nach alternati-
      ven Vorgehensweisen. Noch Anfang der 1980er-lahre haben Konsumenten
      gerade einmal rund 850 Werbebotschaften am Tag gesehen. Diese Zahl
      stieg um die Jahrtausendwende auf täglich bis zu 3000 Kontakte. Durch
      die Onlinewerbung liegen wir mittlerweile jeden Tag bei 10 000 bis 13 000
      Werbebotschaften.“
    • Auf die Postings echter Menschen reagieren viele eher positiv
    • Man baut darüber Vertrauen auf

Menschen vertrauen Menschen mehr als Unternehmen und Marken.

  • Ein Social Seller ist ein Corporate Influencer, der die vertrieblichen Ziele für sein Unternehmen verfolgt.
  • Wen Sie im Vertrieb arbeiten, jagen sie keinen Dickhäutern hinterher, sondern wollen Leads gewinnen. Dafür können Sie aber auf Ihrem persönlichen LinkedIn-Grundstück selbst eine Art Wasserloch anlegen und auf diese Weise Follower und Kontakte gewinnen.
  • Laut einer Deloitte-Analyse von 2020 nutzen 59 Prozent der deutschen Smartphone-Nutzer:innen ihr Handy außerhalb der Arbeitszeit für berufliche Dinge.“ Dadurch sind sie für den Vertrieb grundsätzlich erreichbar.
  • Unternehmensbotschaften sind wesentlich erfolgreicher, wen sie von den eigenen Mitabeiter:.innen präsentiert werden. Im Vergleich zu Unternehmenspostings erzielen die meisten persönlichen Beiträge viel mehr Engagement in den sozialen Medien, weil Menschen andere Menschen mögen und die Kommunikation mit bekannten Akteuren aus der eigenen Peergroup bevorzugen.
  • »Wir wollen versuchen, unseren Followern ein Gesicht zur Marke zugeben – oder her mehrere Gesichter, die zeigen, dass wir bunt sind.«
  • New Work, Diversity, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind wichtige Schlagworte der 2020er-Jahre, die ausdrücken, welche Veränderungen auf viele Organisationen zukommen. Die Corona- ebenso wie die Klimakrise setzen vile Unternehmen unter enormen Druck, sich den neuen Umweltbedingungen anzupassen.

Organisation

  • #New Work-Bewegung wird der Mensch in den Mittelpunkt gestellt, was dazu führt, dass die Unzufriedenheit mit dem Status quo immer größer wird.
  • Prof. Kruse beschreibt in seinen acht ironisch überzeichneten Regeln für den totalen Stillstand in Unternehmen seine Lieblingsregel wie folgt: »Die Veränderungsgeschwindigkeit auf der Beschluss-Ebene sollte stets größer sind als auf der Umsetzungsebene.«
  • Dass diese neuen Kästchen statt Geschäftsbereiche oder Abteilung jetzt Tribe, Squad oder Chapter heißen, ändert nur wenig am Grundproblem: Viele Mitarbeitende empfinden nach mehreren Umorganisationen keine Heimat mehr, und gut funktionierende Verantwortlichkeiten werden durch neu kreierte Schnittstellen ineffizient. Was die Mitarbeiter:innen brauchen, sind stabile Strukturen statt ständig wechselnde »agile« Strukturen. Der Glaube an den Königsweg der Agilität ist laut des Organisationsentwicklers Hans-Joachim Gergs eine bloße Illusion. Vielmehr sei es nötig, das Kerngeschäft zu stabilisieren und zu optimieren (»Exploit«) und gleichzeitig das bisherige Geschäftsmodell grundlegend zu hinterfragen (»Explore«). Das Konzept der Ambidextrie, das heißt das Denken und Handel in Spannungsverhältnissen und Dualismen, ist von entscheidender Bedeutung für den zukünftigen Geschäftserfolg von Unternehmen. 

Motivation

  • Mehr geben als nehmen 😉

Aufbau von Vertrauen und stabile Arbeitsbeziehungen

Niklas Luhmann beschreibt schon 1968 Vertrauen als den

»zentralen Mechanismus zur Reduktion von sozialer Komplexität« »Das Arbeiten in Communitys ist ein Kennzeichen moderner Organisationen.«

  • Um den strategischen Herausforderungen schnell, agil und kreativ begegnen zu können, braucht es »mehr Auge zum Sehen, mehr Gehirne zum Denken und mehr Beine zum Handeln«.»
  • Freiwilliges »Wollen« statt »Müssen«

Gemeinschaft

  • Jegliche Art von Führung kann nur dann gelingen, wenn man den Menschen, die von der Veränderung betroffen sind, die Möglichkeit gibt, wirklich aktiv den Wandel mitzugestalten. Nichts ist mächtiger und motivierender als die Strahlkraft, an einer wichtigen Sache mitwirken zu können.
  • Die Teilnahme an einer Community ist freiwillig. Es steht jeder und jedem frei, auf Basis von Interessen, Leidenschaften und Wünschen einen Beitrag für die Community zu leisten, ihr beizutreten, dabei zu bleiben oder die Community zu verlassen.

Sichtbarkeit

  •  »Mache deine Arbeit sichtbar! Teile deine Arbeitsergebnisse – gerne auch Zwischenergebnisse – mit dem Team, der Organisation und der Welt.«

 

Leader und Follower

  1. Ein Leader braucht den Mut, alleine zu stehen und lächerlich auszusehen.
  2. Der First Follower hat eine entscheidende Rolle: Er zeigt öffentlich allen, wie man folgt.
  3. Der First Follower verwandelt den komischen Kauz in einen Leader.

 

 

»Die sozialen Technologien sind nicht das eigentliche Ziel, sondern nur die Möglichkeit, um Problem im Unternehmen effektiver und schneller zu lösen.« (Celine Schillinger)

Zuerst die Menschen – dann die Strategie.

»Culture eats strategy for breakfast.« (Peter Drucker)

 

Personal Branding

  • Positionierung: Für welche drei Themen stehen Sie?
  • Differenzierung: Was ist Ihre besondere Stärke?Persönlichkeit: Was macht Sie wiedererkennbar?
  • Content-Strategie: Welchen Content wollen Si produzieren?
  • Rhythmus: Wie oft können Sie Content veröffentlichen?
  • Fokussierung: Auf welchen Plattformen erreichen Sie Ihre Zielgruppen am besten?
  • Networking: Wie viele neue Kontakte wollen Sie in einem Monat gewinnen?
  • Community: Wie pflegen Sie Ihr Netzwerk?

 

Entscheidend für den Erfolg im Personal Branding sind echte Beziehungen, die sich im Analogen wie Digitalen aufbauen und pflegen lassen.

Dabei genügt es auf LinkedIn beispielsweise schon, die Inhale der Kontakte aufzurufen und darauf mit Likes und Kommentaren zu reagieren.

Dunbar

Laut Robin Dunbar liegt die typische Anzahl der »Freund:innen«, die Menschen im Durchschnitt haben, bei rund 150. 48 Davon sind nur wenige intime und enge Freund:innen. Auf den Experten für menschliche Netzwerke geht die sogenannte Dunbar- Zahl 150 zurück, die einen Zusammenhang zwischen unserem Gehirnvolumen und der Größe einer Gruppe herstellt. Mehr als 150 Kontakte können wir meistens nicht aktiv pflegen. Aber wir können mit unseen lesenswerten Beiträgen in Social Media Anreize für die Kontaktaufnahme und Dialoge schaffen.

 

Wer regelmäßig auf Linkedln über seine Fachthemen berichtet und dort erkennbar seine Expertise zeigt, dem vertrauen die Mitglieder dieses Businessnetzwerkes her. Auf diese Weise können die Expert:innen sehr gut ihr persönliches Netzwerk ausbauen und zu Personal Brands werden.

Von deren Reichweite profitiert dann auch das Unternehmen.

»Wenn sich keine Sau für dich und das, was du schreibst, interessiert, gibt es dich faktisch im Netz nicht.« (Frank Behrendt, Geschäftsführer von Serviceplan Public Relations)

»Die Zeiten des geschliffenen Marketingsprechs sind endgültig vorbei. Was zählt, sind authentische Inhalte, getragen von authentischen Personen.

Auf der Businessplattform LinkedIn können Unternehmen, die etwas auf ihrer LinkedIn-Page publiziert haben, anschließend über den Button »Team informieren« die Beschäftigten direkt oder indirekt dazu auffordern, den LinkedIn-Content nochmals auf ihren persönlichen Accounts zu teilen.

 

Im Buch kommen auch das Community Canvas und das Corporate Influencer Canvas vor, die helfen können alles in dem Kontext zu betrachten.

 

Stattdessen sind Menschen gefragt, die ihren Verstand und ihre Emotionen dazu nutzen, sich inhaltlich von der Content-Masse im Internet abzuheben.

Content-Ideen

  • Selfie/Gruppenfoto
  • Farbe bekennen für Ihren Arbeitgeber
  • Guerilla-Marketing mit Unternehmenskugelschreiber
  • Charity: Versteigerungen für einen guten Zweck
  • Kundengewinnung mit Unternehmensrucksack
  • Jobhinweise mit Teamspirit
  • Tool-Tipps – was den Arbeitsalltag eines Corporate Influencers leichter macht

Weitere Links

Drei meiner Lieblings-Corporate-Influencer sind Jürgen Schmitt von der Deutschen Bank, Petra Bernhardt von IBM und Björn Radde von T-Systems.

#162 Corporate Influencer der Deutschen Bank – Jürgen Schmitt.

Zudem verweisen die Autoren auf Reinventing Organizations: A Guide to Creating Organizations Inspired by the Next Stage of Human Consciousness. Ein gutes Buch von Frederic Laloux.

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